Koordination

Die Koordination ist beim Tischtennis das A und O

Tischtennis stellt sehr hohe Anforderungen an die Koordinationsfähigkeit der Spieler. Das hängt vor allem mit der Struktur, dem Aufbau des Spiels zusammen. Denn der Ball wird auf kurzer Strecke stark beschleunigt. Somit ist die Reaktionszeit während des gesamten Spiels wesentlich kürzer als bei anderen Ballsportarten. Ein Spieler muss daher sehr viele Bewegungsabläufe sehr schnell koordinieren.

Im Einzelnen werden einem Spieler beim Tischtennis sehr viele koordinative Fähigkeiten abverlangt.

Kinästhetische Differenzierungsfähigkeit

Unter diesem Fachbegriff verbergen sich einige wesentliche koordinative Fähigkeiten des Sports. So muss der Ball mit dem Schläger sehr präzise getroffen werden. Das bedingt, dass der Schläger zum Ball in Abhängigkeit zur Fluglinie und der Geschwindigkeit eingestellt werden muss. Ebenso muss beachtet werden, dass die Bewegungsrichtung des Schlägers und der Krafteinsatz das Flugverhalten des Balls in alle Richtungen und das Tempo beeinflusst.

Koppelungsfähigkeit

Ein Spieler muss die Fähigkeit besitzen, die Koordination verschiedener Körperteile wie:
Beine, Rumpf, Arme, Hand und Schläger optimal zeitlich, räumlich und dynamisch aufeinander abzustimmen.
Dazu gehören unter Anderem die Bewegungen der Füße sowie die Fußstellung, die Bewegungen des Schlagarms und auch die Bewegungen des Gegenarmes, also des armes ohne Schläger.

Reaktionsfähigkeit

Wegen der hohen Fluggeschwindigkeit und des kleinen Spielfelds ist eine ausgeprägte Reaktionsfähigkeit gefordert.
Dabei müssen sowohl auf die Bewegungen des Gegners, des Balls als auch auf die Bewegungen eines etwaigen Doppelpartner reagiert werden.

Die Schnelligkeit, mit der Spielaktion eingeleitet wird, ist hierbei von entscheidender Bedeutung sowie die Tatsache, dass auf mehrere Signale gleichzeitig in einer komplexen Reaktion eingegangen werden muss und demzufolge auch eine schnelle Auswahl einer Aktion erfolgen muss. Soll beispielsweise ein offensiver oder defensiver Schlag ausgeführt werden.

Orientierungsfähigkeit

Es müssen viele verschiedene Signale mit verschiedenen Bedeutungen wahrgenommen und verarbeitet werden, um eine gute Orientierung gewährleisten zu können. Dazu gehört der eigene Standpunkt und die eigene Bewegung in Richtung und Geschwindigkeit, die Bewegung des Gegners, die Flugeigenschaft des Balls und Vieles mehr. Diese Orientierung ist eine der Grundvoraussetzungen, um in Sekundenbruchteilen, seine nächste Aktion planen und ausführen zu können.

Die Umstellungsfähigkeit

Das Spiel konfrontiert den Spieler mit vielen unvorhersehbaren Ereignissen, auf die der Spieler reagieren muss. Diese Umstellungsfähigkeit ist immer dann gefragt, wenn man Fehler beim Vorausahnen der gegnerischen Aktionen macht, eigene Aktionen schlecht ausführt oder sonstige Veränderungen der Situation eintreten. Das kann zum Beispiel die Veränderung von Lichtverhältnisse oder unvorhergesehene Aktionen des Spielpartners im Doppel sein. All dies macht eine schnelle Umstellung der eigenen Pläne, Erwartungen und Handlungen notwendig. Besonders gravierende Ereignisse sind dabei Netz- oder Kantenbälle.

Rhythmisierungsfähigkeit

Auch wenn das Tischtennis keinen vorgegebenem Rhythmus folgt, ist dennoch die Fähigkeit gefragt zum Beispiel dem Gegner Gegenüber seinen eigenen Rhythmus beim Schlagen zu behaupten oder einen Wechsel in Tempo oder Rhythmus vorzunehmen.
Des Weiteren geht es darum rhythmische Abfolgen wie Laufen und Schlagen zu synchronisieren und auch einen passen Rhythmus zwischen Entspannung und Spannung in den Bewegungsabläufen zu finden.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Tischtennis eine, was die Bewegungsabläufe betrifft, eine durchaus sehr komplexe Sportart ist, die viele koordinative Fähigkeiten fordert und zugleich auch schult.